Amazon kauft deinen FBA‑Bestand und verkauft ihn selbst weiter – standardmäßig aktiv, wenn du dafür infrage kommst. Das Programm heißt wörtlich „Allow Amazon to buy my products to sell globally“. Amazon kauft deine FBA‑Artikel zum eigenen Angebotspreis ab und bietet sie in anderen Amazon‑Stores an, unter anderem in UK und der EU. Du bekommst den von dir festgelegten Preis, Amazon kümmert sich um Listing, Übersetzung, Preisfindung und den grenzüberschreitenden Versand. Du kannst pro Store jederzeit widersprechen und dich austragen. [1][2][3]
Wichtig für die Buchhaltung: Wenn Amazon bei dir kauft, ist das für dich ein B2B‑Verkauf an Amazon. Amazon stellt dafür Selbstfaktura‑Rechnungen auf deinen Namen aus, die du aufbewahren musst. Rücksendungen schreibt Amazon deinem FBA‑Bestand wieder gut. Verkauft wird nur aus EU‑Ländern, für die du in Seller Central eine gültige USt‑ID hinterlegt hast. [4][2]
Prüfen Sie, ob Sie Ihren Amazon Lagerbestand freigeben möchten
So findest du die Einstellung und schaltest sie bei Bedarf aus:
- Seller Central öffnen, oben rechts das Zahnrad wählen, dann „Fulfillment by Amazon“ anklicken. [1]
- Zum Abschnitt „Allow Amazon to buy my products to sell globally“ gehen und auf „Edit“ klicken. Dort siehst du, welche Stores aktiv sind, und kannst pro Store deaktivieren oder komplett opt‑out wählen. [1][5]
- Kontrolliere nach Änderungen deine Bestellungen. Als Käufer taucht oft „Amazon EU S.à r.l.“ beziehungsweise „Amazon Business EU S.à r.l.“ auf. Das sind Käufe im Rahmen dieses Programms. [6]
- Behalte es im Blick: Verkäufer berichten vereinzelt, dass trotz Deaktivierung weiter über Global Store verkauft wurde. Wenn das passiert, dokumentiere es und eröffne ein Ticket beim Support. [7][8]
Warum das heikel sein kann: Viele Hersteller untersagen in ihren Verträgen den Weiterverkauf an andere Händler oder in bestimmte Länder. Wenn du solche Ware führst, kann die automatische Freigabe Ärger bedeuten. Dann solltest du das Programm deaktivieren und die Lage mit dem Hersteller und deinem Steuerberater sauber klären. [4]
Warum Amazon seine Regeln ändert
Amazon schließt mit dem Programm Angebotslücken zwischen Ländern. Wenn Nachfrage in einem Store besteht, aber kein lokales Angebot vorhanden ist, kauft Amazon deine Ware lokal und liefert grenzüberschreitend an den Kunden. Du erhältst deinen Angebotspreis, Kunden kaufen „wie lokal“. Listings, Übersetzung und Preissteuerung übernimmt Amazon. [2][1]
Was sollten Sie tun?
- Hast du Produkte mit Vertriebsbeschränkungen oder Exklusivverträgen? Dann Programm deaktivieren und schriftlich dokumentieren. [1]
- Steuern im Griff behalten: Selbstfaktura‑Rechnungen von Amazon archivieren und USt‑Themen mit dem Steuerberater klären. [4]
- Wenn du die Chance nutzen willst: Stelle sicher, dass für die gewünschten EU‑Länder gültige USt‑IDs in Seller Central hinterlegt sind, sonst verkauft Amazon deine Artikel dort nicht. [2]
- Monitoring etablieren: Prüfe regelmäßig, ob „Amazon EU S.à r.l.“ als Käufer auftaucht und ob alle Stores so aktiv sind, wie du es vorgesehen hast. Bei Abweichungen sofort Support einschalten. [6][8]
Kurz gesagt
Die Funktion ist echt und aktuell. Sie ist für viele Verkäufer automatisch aktiv und kann je Land ein Segen oder ein Risiko sein. Triff eine bewusste Entscheidung, prüfe deine Verträge und stelle die Einstellung in Seller Central so ein, dass sie zu deinem Vertrieb passt. [3][1]
Referenzen
[1] Amazon Ads: Remote Fulfillment with FBA and Global Store – Enrollment und Opt‑out
[2] Amazon Seller Forums EU: FBA – Amazon may buy your products to sell globally
[3] Amazon Seller Forums US: Allow Amazon to buy my products to sell globally
[4] Amazon Services Europe Business Solutions Agreement – Self‑billing Klausel
[5] Amazon Seller Forums FR: Opt‑out Hinweis und Pfad in Seller Central
[6] Amazon Seller Forums UK: Käufer „Amazon Business EU S.à r.l.“ identifizieren
[7] Amazon Seller Forums UK: Trotz Deaktivierung verkauft Amazon weiter
[8] Amazon Seller Forums EU: Deaktiviert, dennoch Global‑Store‑Verkäufe