Marktplatz Amazon: Was Sie 2026 wirklich wissen müssen
Amazon ist in Deutschland der Taktgeber. Der Konzern verkauft im eigenen Namen und öffnet gleichzeitig mit dem Marketplace die Bühne für externe Händler. Beides zusammen macht die Plattform so stark.
Warum Amazon für Händler kaum zu umgehen ist
Mehr als 60 Prozent der Verkäufe im Amazon Store kommen heute von unabhängigen Verkäufern. Das sagt Amazon selbst im aktuellen Small Business Empowerment Report. Kurz: Marketplace ist nicht Beiwerk, sondern Kern des Geschäfts.[1]
In Zahlen: 2024 hat Amazon 156,1 Milliarden US‑Dollar mit Dienstleistungen für Drittanbieter umgesetzt. Dazu zählen Verkaufsprovisionen, FBA und weitere Services. Das steht im offiziellen Geschäftsbericht für 2024.[2] Im vierten Quartal 2025 waren es allein 52,8 Milliarden US‑Dollar, was die Dynamik eindrucksvoll zeigt.[3]
Deutschland ist einer der wichtigsten Märkte: Amazon weist für 2024 Netto-Umsätze von 40,9 Milliarden US‑Dollar aus, die Deutschland zugerechnet werden.[2]
Marktposition: Österreich ganz vorne, Schweiz anders verteilt
Österreich: amazon.de führt die Rangliste der umsatzstärksten Onlineshops an. Das bestätigen ECDB und der Handelsverband Österreich für 2024 beziehungsweise 2025.[4][5]
Schweiz: Amazon ist stark, aber nicht an der Spitze. Nach den aktuellen Carpathia-Daten liegt amazon.de 2024 auf Rang 4, hinter Galaxus und weiteren lokalen Playern. Weitere Übersichten bestätigen, dass Amazon nicht in den Top 3 landet.[6][7]
Deutschland: Amazon.de bleibt der größte Onlineshop. EHI/ECDB und Handelsblatt greifen das jährlich auf und ordnen die Konzentration im Markt ein.[8][9]
Gebühren und Konditionen: Was sich 2026 in Europa ändert
Amazon hat für 2026 Anpassungen in Europa angekündigt. Unterm Strich sinken manche Referral- und FBA-Gebühren im Schnitt um rund 0,17 Euro je Einheit. Gleichzeitig gibt es selektive Erhöhungen bei Lager-, Rückführungs- und Liquidationsgebühren sowie Aktualisierungen der FBA-Fulfillmentgebühren in mehreren EU-Stores. Details nennt Amazon öffentlich.[10]
Die Grundlogik bleibt: Sie zahlen einen monatlichen Verkaufstarif und eine prozentuale Verkaufsprovision nach Kategorie. Die offizielle Übersichtsseite für Deutschland ist hier.[11]
Regeln, Buy Box, Compliance: Was Sie rechtlich auf dem Schirm haben müssen
Amazon gehört zu den Very Large Online Platforms nach dem EU‑Digital‑Services‑Act. Für Marktplatzhändler heißt das mehr Transparenzpflichten und geänderte Prozesse auf der Plattform. Die EU führt Amazon Store offiziell in der VLOP‑Liste.[12]
Nach EU‑Verpflichtungszusagen aus 2022 und einer Einigung mit der britischen CMA 2023 hat Amazon die Regeln rund um Datenverwendung, Buy‑Box‑Auswahl und Prime‑Logistik angepasst. In Europa soll eine zweite sichtbare Angebotsvariante möglich sein, wenn sie für Kunden relevant ist. Wichtig: Keine Bevorzugung durch die Nutzung nichtöffentlicher Verkäuferdaten.[13][14]
Afterbuy‑Anbindung: Status und Funktionen, die jetzt zählen
Afterbuy hat 2025 eine neue Amazon‑Anbindung auf Basis der Selling Partner API (SP‑API) eingeführt und die alte MWS‑Schnittstelle abgelöst. Wer Afterbuy nutzt, sollte auf die neue Integration wechseln.[15]
Auf der Afterbuy‑Dokumentation finden Sie unter anderem den Amazon‑Verkaufsimport. Zusätzlich bietet Afterbuy Workflows für Bestandsabgleich, Auftragsübernahme und Belegdruck. Für FBA gibt es eigene Prozesse und Hilfeseiten.[16][17]
Zahlen von früher? Streichen.
Ältere Aussagen wie ein durchschnittlicher Warenkorbwert von 20,80 Euro für Marketplace‑Händler sind nicht belastbar. Dafür gibt es aktuell keine verlässlich veröffentlichten Quellen. Wer heute mit Zahlen argumentiert, sollte auf die offiziellen Finanzberichte, nationale Rankings und Amazons eigene Reports zurückgreifen.[2][8][1]
Kurz gesagt: So nutzen Sie Amazon 2026 sinnvoll
Rechnen Sie sauber mit den aktuellen Gebühren und Puffer für Anpassungen. Beobachten Sie die Buy‑Box‑Regeln und Lieferperformance. Und wenn Sie Afterbuy einsetzen, setzen Sie auf die SP‑API‑Anbindung, damit Listings, Bestände und FBA zuverlässig laufen. Amazon ändert Konditionen regelmäßig. Prüfen Sie Seller Central und die offiziellen Seiten, bevor Sie Preise oder Prozesse fixieren.[10][11]
Referenzen
[1] Amazon Small Business Empowerment Report 2024
[3] Amazon Q4 2025 Ergebnis-Mitteilung
[4] ECDB: Top Online Stores in Austria (2024)
[5] Handelsverband Österreich: Top‑100‑Webshops 2025
[6] Carpathia Insights: Top‑50 Onlineshops Schweiz 2025 (Datenjahr 2024)
[7] Ecommerce News EU: Top 10 online stores in Switzerland (2024)
[8] EHI Retail Institute: Onlinehandel in Deutschland legt wieder zu
[9] Handelsblatt: Die größten Online‑Shops Deutschlands 2025
[10] About Amazon EU: Gebühren‑Update 2026 (EU)
[11] Amazon DE: Preisgestaltung für Verkäufer
[12] EU-Kommission: VLOP‑Designationen nach DSA
[13] CMA UK: Verbesserungen bei Amazon Marketplace
[14] Amazon: Stellungnahme zu EU‑Commitments
[15] Afterbuy Blog: Neue Amazon‑Anbindung (SP‑API)
[16] Afterbuy Doku: Im‑/Export inkl. Amazon‑Verkaufsimport
[17] Afterbuy: FBA mit Afterbuy