Kunden erwarten heute Vielfalt und Flexibilität
Der Onlinehandel in Deutschland und Europa hat sich gedreht. Ein einzelner Marktplatz reicht nur noch selten. Käufer springen zwischen Social Ads, Marktplätzen und Shops hin und her. Vor allem Jüngere nutzen mehrere Kanäle, vergleichen Preise, prüfen Bewertungen und kaufen dort, wo Angebot, Lieferung und Service am besten passen.[1] Eine oft zitierte HBR-Studie mit 46.000 Shoppern zeigt: Omnichannel-Kundinnen und -Kunden geben im Laden im Schnitt mehr aus und online ebenso.[19]
Mehr Reichweite bedeutet weniger Abhängigkeit
Wer nur auf einem Marktplatz hängt, lebt riskant. AGB-Änderung, Algorithmus-Schwenk, Gebührendreh — und schon kippt die Marge. Omnichannel verteilt das Risiko: Fällt ein Kanal kurzfristig ab, federn andere den Einbruch ab. Das stabilisiert Cashflow und Planung.
EU‑Regulierungen: Komplexität meistern, Vorteile sichern
Die Pflichten werden nicht weniger, aber mit sauberer Struktur werden sie beherrschbar:
• Omnibus‑Richtlinie: strengere Regeln für Preisangaben und Rabatte.[9]
• DSA: mehr Transparenz für Plattformen und Marktplätze, u. a. bei Händlerprüfung und Anzeigen.[8]
• OSS/IOSS: zentrale Umsatzsteuer‑Meldung für EU‑Fernverkäufe und Import bis 150 Euro.[11]
• VerpackG: Registrierungspflicht im LUCID‑Register der ZSVR.[12]
Wichtiges Update zur Automatisierung: TAXDOO stellt seine Umsatzsteuer‑Services ein und fokussiert ab 2026 komplett auf Buchhaltung. Wer TAXDOO für USt/OSS nutzt, braucht bis spätestens 30. April 2026 eine Alternative. TAXDOO verweist für die Übergabe u. a. auf Marosa.[5][6][7]
Wettbewerbsvorteil durch Daten und Technologie
Omnichannel liefert das bessere Bild: Welche Produkte laufen auf Amazon? Welche Zielgruppen erreichst du über OTTO oder Allegro? Welche Kampagnen konvertieren im eigenen Shop? Zentral gesteuerte Systeme spielen hier ihre Stärke aus. Afterbuy bündelt Bestände, Aufträge, Kundendaten und Retouren über Kanäle hinweg und bringt die gängigen Marktplätze an den Start — inklusive Amazon, eBay, OTTO und Kaufland.[2][3][4]
Bessere Kundenbindung durch Omnichannel
Auf Marktplätzen kaufst du Reichweite ein, aber dir fehlen oft Marke und direkter Draht. Mit einer Omnichannel‑Aufstellung kombinierst du Reichweite (Marktplätze) mit eigener Marke und Datenhoheit (Shop) und Social Commerce für Reichweite plus Emotion. Das senkt Abhängigkeit und erhöht Wiederkaufraten.[19]
Logistische Exzellenz als Wachstumstreiber
Mehr Kanäle bedeuten mehr Logistik. Wer das sauber aufsetzt, punktet. Pan‑EU FBA verteilt Bestand näher an die Nachfrage, verkürzt Lieferzeiten und verbessert die Chance auf die Featured Offer, weil Amazon Preis, Liefergeschwindigkeit, Prime‑Verfügbarkeit und Verkäuferleistung berücksichtigt.[15][14]
Kostenstruktur: Investition, die sich lohnt
Single‑Platform wirkt schlank. In der Realität frisst der Wettbewerb die Marge, vor allem bei PPC. Daten zeigen: Amazon‑CPCs sind zuletzt gestiegen, je nach Format und Quartal teils deutlich. Wer mehrere Kanäle bespielt, kann Budgets dorthin schieben, wo ROAS und CLV stimmen — statt alles in einen teurer werdenden Kanal zu kippen.[13][14]
Fallbeispiel: Zwei Händler – zwei Wege
Händler A: MaxCook GmbH – der Single‑Platform‑Verkäufer
MaxCook setzt 2020 alles auf Amazon. Der Start ist stark. Mit der Zeit steigen Werbekosten und Retourenquote. Ein Ranking‑Update schiebt Wettbewerber mit mehr Bewertungen nach vorn. 2025 kommen 92 Prozent des Umsatzes weiter aus Amazon. Jede Regeländerung trifft direkt.
Händler B: Kochwelt24 – der Omnichannel‑Pionier
Kochwelt24 startet ebenfalls bei Amazon, erweitert aber früh: eigener Shopify‑Shop, OTTO Market und Kaufland.de, Social Commerce auf Instagram und TikTok. Bestände, Aufträge und Retouren laufen zentral über Afterbuy.[2][3]
Als Amazon 2024/25 Gebühren und Regeln anpasst, ist Amazon nur noch gut die Hälfte des Umsatzes. OTTO, Kaufland und der eigene Shop fangen Schwankungen ab. Newsletter, erste‑Party‑Daten und Community stärken die Marke.
Realität 2025/26 am Markt
• OTTO meldet 6.200 Marktplatz‑Partner und über 12 Mio. aktive Kundinnen und Kunden.[16]
• Kaufland Global Marketplace expandiert weiter in der EU und adressiert zusammen knapp 140 Mio. Onlineshopper.[17]
• Allegro wächst in Mittel‑ und Osteuropa mit über 20 Mio. aktiven Käuferinnen und Käufern.[18]
Fazit: Die Zukunft gehört den Vernetzern
Omnichannel ist kein Buzzword, sondern ein operativer Vorteil. Mehr Kanäle, bessere Daten, weniger Abhängigkeit. Wer jetzt Prozesse, Systeme und Compliance sauber aufsetzt, skaliert stabiler — und kann auf Marktbewegungen reagieren, statt davon überrollt zu werden. Hinweis für alle, die TAXDOO für USt‑Leistungen nutzen: Plant den Umstieg spätestens bis 30. April 2026 und prüft Übergabepfade wie die von TAXDOO empfohlene Marosa‑Lösung.[6][7]
Quellen
[1] Omnichannel Future Study 2023 (ECC Köln x Google)
[3] Afterbuy‑Wiki Hauptseite (Marktplatz‑Lister, Importe)
[4] Afterbuy Retourenmanagement
[5] TAXDOO: „TAXDOO stellt die Umsatzsteuer‑Services ein…“ (08.12.2025)
[6] TAXDOO: „Warum wir unser Kerngeschäft einstellen…“ (03.03.2026)
[7] Marosa x TAXDOO Übergabe‑Info
[8] EU‑Kommission: Auswirkungen des DSA auf Plattformen
[9] Richtlinie (EU) 2019/2161 (Omnibus)
[11] ZSVR: LUCID‑Register und Pflichten
[12] Tinuiti Digital Ads Benchmark Q1/2024
[13] PeakROAS: Europa‑CPC‑Trend (Pacvue Q2/2024)
[14] US‑Kongress: Amazon zu Featured‑Offer‑Faktoren
[15] Amazon: Pan‑EU FBA Überblick
[16] OTTO: GMV 2024/25, Partner‑ und Kunden‑Zahlen
[17] Kaufland Global Marketplace: EU‑Expansion 2025
[18] Allegro.eu Jahresbericht 2025 (aktive Käufer)
[19] Harvard Business Review: A Study of 46,000 Shoppers…