Multichannel-Marketing bezeichnet die Vermarktung von Produkten oder Dienstleistungen über mehrere voneinander genutzte Marketingkanäle.
Online-Händler können beispielsweise Suchmaschinen, Social Media, Newsletter, Preisvergleichsportale und Marktplätze nutzen, um ihre Zielgruppen zu erreichen.
Dabei solltest du zwischen Marketing- und Verkaufskanälen unterscheiden. Ein Marketingkanal ist der Ort, an dem potenzielle Kund:innen auf dein Angebot aufmerksam werden. Dazu gehören beispielsweise Google, Instagram, Newsletter oder Preisvergleichsportale. Ein Verkaufskanal ist dagegen der Ort, an dem der Kauf tatsächlich stattfindet. Beispiele sind dein eigener Online-Shop, Amazon, eBay oder Kaufland.
Multichannel-Marketing bedeutet deshalb nicht automatisch, dass alle Kanäle miteinander verbunden sind. Entscheidend ist zunächst, dass du mehrere Kanäle gezielt für deine Vermarktung einsetzt. Wie sich Multichannel-Vertrieb und die operative Verwaltung verschiedener Verkaufskanäle unterscheiden, erklären wir ausführlicher im Beitrag zu Multichannel E-Commerce.
Multichannel, Cross-Channel und Omnichannel unterscheiden sich vor allem darin, wie stark die einzelnen Kanäle miteinander verbunden sind.
Kriterium | Multichannel | Cross-Channel | Omnichannel |
Kanäle | Mehrere Kanäle | Mehrere verbundene Kanäle | Alle relevanten Kanäle |
Datenbasis | Teilweise getrennt | Zwischen Kanälen verbunden | Zentral integriert |
Kundenerlebnis | Je Kanal unterschiedlich | Kanäle ergänzen sich | Möglichst durchgängig |
Beispiel | Shop und Instagram | Newsletter führt direkt zum Shop-Angebot | Shop, App, Social Media und stationärer Handel greifen ineinander |
Für Online-Händler ist die Unterscheidung vor allem bei der Strategieplanung relevant. Multichannel-Marketing kann bereits mit mehreren unabhängig eingesetzten Kanälen funktionieren. Cross-Channel-Marketing geht einen Schritt weiter und verbindet diese Kanäle gezielt.
Online-Händler können zahlreiche Kanäle für ihre Vermarktung einsetzen. Welche davon sinnvoll sind, hängt von Produkten, Zielgruppe und Geschäftsmodell ab.
Amazon, eBay, Kaufland und OTTO sind für viele Online-Händler wichtige Verkaufskanäle und gleichzeitig relevante Marketingflächen. Optimierte Produkttitel, Bilder, Attribute und Beschreibungen verbessern die Sichtbarkeit der Listings.
Zusätzlich bieten viele Marktplätze eigene Werbeformate wie Sponsored Products oder Promoted Listings. Bewertungen können ebenfalls Vertrauen schaffen und die Kaufentscheidung beeinflussen.
Wofür geeignet: Produkte mit konkreter Suchintention und Händler, die bereits über Marktplätze verkaufen. Für die Verwaltung und Optimierung verschiedener Marktplatz-Listings kann ein Marktplatz-Lister unterstützen.
Suchmaschinenmarketing umfasst sowohl organische als auch bezahlte Sichtbarkeit. Mit SEO optimierst du deine Inhalte für relevante Suchanfragen, während SEA und Google Shopping bezahlte Anzeigen für konkrete Produkte oder Keywords ermöglichen.
Wofür geeignet: Produkte mit aktivem Suchinteresse und Shops, die langfristig organische Reichweite oder kurzfristig bezahlten Traffic aufbauen möchten.
Preisvergleichsportale wie idealo können Kaufinteressierte erreichen, die bereits konkrete Produkte vergleichen. Neben dem Preis spielen Produktinformationen, Verfügbarkeit und Versandbedingungen eine Rolle.
Wofür geeignet: Vergleichbare Produkte mit einem klaren Preis- und Leistungsversprechen.
Newsletter ermöglichen dir, Interessierte und bestehende Kund:innen direkt anzusprechen. Typische Inhalte sind Produktneuheiten, saisonale Angebote oder Informationen zu passenden Produkten.
Wofür geeignet: Kundenbindung, Wiederkäufe und die Kommunikation mit bereits bekannten Kund:innen.
Instagram, Facebook, TikTok und andere soziale Netzwerke können Produkte sichtbar machen und Interesse erzeugen. Je nach Plattform können Produkte direkt verlinkt oder innerhalb sozialer Shopping-Funktionen präsentiert werden.
Wofür geeignet: Produkte, die sich visuell oder über Inhalte gut erklären lassen und bei denen Inspiration eine wichtige Rolle spielt.
KI-Suchen wie Google AI Overviews, Claude oder ChatGPT können für Kund:innen zunehmend ein zusätzlicher Kontaktpunkt mit Produkten und Marken sein. Strukturierte, konsistente Produktinformationen helfen dabei, dass Informationen von Suchsystemen besser verarbeitet werden können.
Wofür geeignet: Händler, die ihre Produkt- und Unternehmensinformationen auch für neue Such- und Informationswege sauber aufbereiten möchten.
Multichannel-Marketing kann Reichweite und Umsatzchancen erhöhen. Gleichzeitig steigt mit jedem zusätzlichen Kanal der Aufwand für Inhalte, Datenpflege und Erfolgskontrolle.
Vorteile | Herausforderungen |
Mehr Kontaktpunkte mit potenziellen Kund:innen | Höherer Pflegeaufwand |
Zusätzliche Verkaufs- und Reichweitenquellen | Unterschiedliche Anforderungen je Kanal |
Abhängigkeit von einem einzelnen Kanal sinkt | Produktdaten müssen konsistent bleiben |
Zielgruppen können gezielter angesprochen werden | Erfolg muss pro Kanal gemessen werden |
Bestehende Inhalte können kanalübergreifend genutzt werden | Mehr Schnittstellen und Prozesse |
Eine zentrale Datenbasis kann dabei helfen, den zusätzlichen Aufwand zu reduzieren. Produktdaten, Bestände und Aufträge müssen dann nicht für jeden Kanal vollständig separat gepflegt werden.
Definiere zunächst, was du mit Multichannel-Marketing erreichen möchtest. Mögliche Ziele sind mehr Neukund:innen, eine höhere Wiederkaufrate oder ein besserer Deckungsbeitrag.
Lege außerdem fest, anhand welcher Kennzahlen du den Erfolg misst. Umsatz, Conversion-Rate, Warenkorbwert und Marge können je Kanal unterschiedlich ausfallen.
Du musst nicht auf jedem verfügbaren Kanal aktiv sein. Wähle zunächst drei bis vier Kernkanäle aus, auf denen deine Zielgruppe tatsächlich nach Produkten sucht oder Kaufentscheidungen trifft.
Dabei zählt nicht nur die Reichweite eines Kanals. Entscheidend ist, ob der Kanal zu deinem Produkt, deiner Zielgruppe und deinem Geschäftsmodell passt.
Nutze möglichst eine zentrale Quelle für wichtige Produktinformationen. Dazu gehören Titel, Bilder, Beschreibungen, Preise und weitere Produktattribute.
So vermeidest du unterschiedliche oder veraltete Angaben auf verschiedenen Kanälen. Gerade bei mehreren Marktplätzen wird eine zentrale Datenbasis schnell zum wichtigen Bestandteil der Multichannel-Strategie.
Die zentrale Botschaft deiner Kampagne kann gleich bleiben, muss aber nicht auf jedem Kanal identisch aussehen. Ein Marktplatz benötigt beispielsweise andere Produktinformationen als ein Instagram-Reel oder ein Newsletter.
Passe deshalb Format, Umfang und Ansprache an den jeweiligen Kanal an.
Vor einer größeren Kampagne solltest du prüfen, ob ausreichend Bestand vorhanden ist und die geplante Nachfrage abgewickelt werden kann. Werden Produkte gleichzeitig über mehrere Kanäle beworben, müssen Bestände möglichst aktuell sein.
Auch Versandkapazitäten und Lieferzeiten solltest du berücksichtigen. Automatisierte Prozesse können dabei helfen, Bestände und Aufträge über mehrere Kanäle hinweg effizienter zu verwalten. Mehr dazu erfährst du im Beitrag zur E-Commerce-Automatisierung.
Analysiere regelmäßig, welche Kanäle tatsächlich zum Geschäftserfolg beitragen. Neben Umsatz und Conversion-Rate solltest du auch Retouren, Gebühren und die daraus resultierende Marge berücksichtigen.
Bei mehreren Kontaktpunkten ist außerdem die Attribution relevant. Eine einfache Last-Click-Betrachtung schreibt den Erfolg dem letzten Kontakt vor dem Kauf zu. Andere Modelle berücksichtigen mehrere Touchpoints entlang der Customer Journey.
Ein Online-Händler bewirbt eine Weihnachtsaktion gleichzeitig auf Instagram, im Newsletter und über ein Angebot auf einem Marktplatz. Die Produktbestände werden zentral synchronisiert, damit die Kampagne nicht zu Überverkäufen führt.
Ein Kunde kauft ein Produkt erstmals über Amazon oder eBay. Für spätere Käufe kann der Händler seinen eigenen Shop als weiteren Verkaufskanal positionieren. Dabei müssen die jeweiligen Marktplatzregeln zur Kundenkontaktaufnahme beachtet werden.
Ein Kunde besucht den Online-Shop, legt ein Produkt in den Warenkorb, schließt den Kauf aber nicht ab. Eine Erinnerungs-E-Mail und eine passende Retargeting-Anzeige können den Kunden später erneut erreichen.
Für Multichannel-Marketing brauchst du nicht zwingend ein einziges Tool für alle Aufgaben. Sinnvoll ist die Unterscheidung zwischen Marketing-Tools und einer operativen Basis.
Marketing-Tools übernehmen beispielsweise Newsletter, Anzeigenverwaltung und Webanalyse. Dazu gehören Newsletter-Systeme, die Ads Manager der jeweiligen Plattformen oder Analysewerkzeuge wie Google Analytics 4.
Die operative Basis bildet dagegen eine Multichannel-Software oder Warenwirtschaft. Sie kann Produktdaten, Bestände und Aufträge zentral verwalten und an verschiedene Verkaufskanäle übertragen.
Afterbuy unterstützt Multichannel-Händler mit Funktionen für zentrale Produktdaten, Marktplatz-Anbindungen, Bestandssynchronisation und die Verwaltung von Aufträgen.
Mit dem Marktplatz-Lister lassen sich Produktdaten für verschiedene Kanäle zentral verwalten. Die Bestandssynchronisation hilft dabei, verfügbare Mengen kanalübergreifend aktuell zu halten.
Das Statistikmodul ermöglicht dir, die Entwicklung deiner Produkte und Verkaufskanäle auszuwerten. Über das CRM mit Message System und E-Mail-Vorlagen kannst du außerdem Kundenkommunikation zentral organisieren.
Wenn du deine Multichannel-Prozesse zentral verwalten und Afterbuy kennenlernen möchtest, kannst du die Lösung kostenlos testen.
Multichannel-Marketing bedeutet, dass du mehrere Kanäle gleichzeitig für die Vermarktung deiner Produkte nutzt. Dazu können beispielsweise Google, Social Media, Newsletter und Marktplätze gehören. Ein einfaches Beispiel ist eine Weihnachtsaktion, die gleichzeitig über Instagram, einen Newsletter und ein Marktplatz-Angebot beworben wird.
Multichannel-Marketing beschreibt die Bewerbung deiner Produkte über mehrere Kanäle. Multichannel-Vertrieb bezeichnet dagegen den Verkauf über verschiedene Verkaufskanäle. Ein Händler kann beispielsweise Produkte über Amazon und den eigenen Shop verkaufen und beide Kanäle zusätzlich über Social Media und Newsletter bewerben.
Multichannel-Marketing nutzt mehrere Kanäle, die nicht zwingend miteinander verbunden sein müssen. Cross-Channel-Marketing verknüpft die Kanäle stärker miteinander. Ein Beispiel ist eine Newsletter-Kampagne, die direkt auf ein passendes Angebot im eigenen Online-Shop führt.
Eine feste Anzahl gibt es nicht. Als Faustregel kannst du zunächst mit drei bis vier Kernkanälen starten und diese konsequent betreuen. Entscheidend ist, dass deine Zielgruppe dort tatsächlich erreicht wird und du die verfügbaren Ressourcen für Inhalte, Kampagnen und Auswertung hast.
Den Erfolg von Multichannel-Marketing misst du anhand von Kennzahlen wie Umsatz, Conversion-Rate, Warenkorbwert und Retourenquote pro Kanal. Zusätzlich solltest du Gebühren und Kosten berücksichtigen, um die tatsächliche Marge zu beurteilen. Bei mehreren Touchpoints hilft ein geeignetes Attributionsmodell dabei, den Beitrag einzelner Kanäle zur Customer Journey einzuordnen.
Multichannel-Marketing kann sich auch für kleine Online-Händler lohnen, wenn der Ausbau schrittweise erfolgt. Statt sofort viele Kanäle zu bedienen, kannst du zunächst wenige passende Kernkanäle auswählen. Eine zentrale Datenbasis für Produkte, Bestände und Aufträge hilft dabei, den zusätzlichen Verwaltungsaufwand zu begrenzen.
Wir schauen auf deine Verkaufskanäle, Abläufe und Ziele. Danach sagen wir dir offen, welcher nächster Schritt sinnvoll ist - und ob Afterbuy dabei zu deiner Situation passt.
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